Wippdrehbank

Drechsler Mitte 13. Jahrhundert  (Biblé Moralisee, Französiche Handschrift)
Drechsler Mitte 13. Jahrhundert (Biblé Moralisee, Französiche Handschrift)

 

Die Wippdrehbank besteht aus der stabilen Bankplatte, die auf vier zugespitzten Rundhölzern steht.

 

Der Reitstock ist fest in die Bankplatte eingelassen, während der Spindelstock in einem Langschlitz verschiebbar ist, um seine Position der Länge des Werkstücks anpassen zu können.

 

Beide Stöcke sind unter der Bankplatte mit einem Keil fixiert. In jeden Stock ist jeweils ein zugespitztes Stück Hartholz als Lager für das Werkstück eingelassen und nach vorne ein Zapfen, auf dem die Werkzeugauflage ruht.

 

Um das Werkstück in Drehung versetzen zu können, wird eine Schnur darum geschlungen, die oben an einer elastische Wippe hängt, und unten an ein Fusspedal geknotet ist.

 

Diese Wippe kann eine lange, am Boden befestigte Stange sein.

 

Platzsparender ist unser Modell mit zwei Stangen, die seitlich an der Bank befestigt und mit einer weiteren Schnur vorgespannt werden.

 

Die „Arbeitsschnur“ wird dann an dieser Querschnur festgeknotet.

 

Nun tritt der Drechsler  auf das Pedal, und weil die Schnur um das Werkstück geschlungen ist, dreht es sich gegen den Drechsler. Wenn der Drechsler das Pedal entlastet, zieht die Wippe die Schnur und das Pedal wieder hoch. Dabei dreht sich das Werkstück in die entgegengesetzte Richtung.

 

Der Drechsler kann also nur beim Herabtreten des Pedals den Meissel ansetzen und muss ihn beim „Rückwärtsdrehen“ immer leicht abheben.