Webstuhl

Weber (Musterbuch, ÖNB 507, fol. 2r, ca. 1200-1220)
Weber (Musterbuch, ÖNB 507, fol. 2r, ca. 1200-1220)

Beim Gewichts-webstuhl liegt eine etwas dickere Stange, der sogenannte Tuchbaum, auf zwei schräg gegen die Wand gelehnten Ständern. Von diesem hängen die (Kett-) Fäden senkrecht herunter und werden gruppenweise unten durch Gewichte aus Ton oder Stein straff gehalten.

 

Mit dieser Gruppierung wird das Webmuster, die Bindungsart, bestimmt. Bei der einfachsten Bindungsart, der Leinwandbindung kommt immer jeder zweite Kettfaden in eine Gruppe, die dann durch den im unteren Drittel des Webstuhles angebrachten Trennstab von der anderen Gruppe getrennt wird. Wegen der Schrägstellung des Webstuhls fällt nun eine Hälfte der Kettfäden, nämlich die, die sich hinter dem Trennstab befindet, senkrecht nach unten.


Diese Fäden werden mit separaten, kurzen Fäden an den sogenannten Litzenstab gebunden. Der Litzenstab ruht oberhalb des Trennstabes auf zwei Auflagen, die weiter vorne eine Gabel aufweisen.

 

Wird der Litzenstab nach vorn in die Gabelhalterung gelegt, zieht er die daran befestigten Kettfäden zwischen den anderen Kettfäden hindurch, wird er wieder in seine ursprüngliche Lage gelegt, ziehen die Gewichte die Kettfäden wieder zurück.

 

Nun geht es los: Der waagerechte (Schuss-) Faden wird zwischen den Kettfäden quer hindurchgeführt und oben fest angedrückt, entweder mit dem Webschwert oder der Hand. Der Litzenstab wird in die andere Position gelegt und der Schussfaden in die andere Richtung durch die Kettfäden geführt, angedrückt und immer so weiter …

 

Wenn der fertig gewebte Stoff zu weit herab reicht, wird er auf dem Tuchbaum aufgewickelt.